| Die nächsten Wochen... |
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| 25.05.2012 09:00 Uhr Einkranen Regattateilnehmer Rheinwoche und anschließendes Fest... [mehr] |
| 26.05.2012 07:00 Uhr Start Rheinwoche 2012... [mehr] |
| 01.06.2012 17:00 Uhr Rudern vor dem Clubabend... [mehr] |
| 01.06.2012 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
| 02.06.2012 10:00 Uhr Arbeitsdienst 2 (Haus & Hof)... [mehr] |
| 07.06.-09.06.2012 00:00 Uhr Studentenrudern auf der Lahn (Fahrtenleiter: Kai Christian Ludwig)... [mehr] |
| 23.06.2012 18:00 Uhr Sonnenwendfest... [mehr] |
| 23.06.-24.06.2012 00:00 Uhr Rudertour Niederlahnstein-Bad Honnef-Porz (Fahrtenleiter: S. Gell)... [mehr] |
| 30.06.-01.07.2012 00:00 Uhr Geschwaderfahrt (Treffen in Mondorf)... [mehr] |
Herbsttörn 2006 - Türkei
Wie im Vorjahr ging es wieder nach Gözek. Wir hatten auf der "Boot" 3 gleiche Schiffe gechartert. Diese Forderung bestimmte auch den Reisetermin, denn nur in der Woche vom 14.10.06 auf den 21. 10. waren drei gleiche Schiffe vorhanden.
Erst später kamen dann die anderen Folgen zu Tage. Von Köln gab es keinen Flug am Samstag nach Dalaman. Also suchten wir nach Alternativen. Kurz ,wir flogen am Freitag, dem 13., von Frankfurt. Die Fahrt nach Frankfurt stellten wir uns einfach vor. Mit dem Intercity ab Siegburg oder Köln. Nicht nur der Preis machte uns etwas nachdenklich, nein, wir mussten ja auch zurück. Ankunft am Sonntag , dem 22.10., um 00:05 in Frankfurt. Wolfgang Gloeckner hatte um 10:00 Uhr einen Auftritt in Köln und der erste Zug ging erst – wie in einer Weltstadt üblich – morgens um 06:30 ab Flughafen. Also nicht mit dem Stromverbrauch einer Kleinstadt und 300 Km/h per Intercity, sondern für einen Bruchteil des Preises per Auto, dafür die Spannung - kommen wir um die Staus rechtzeitig herum oder nicht. Kurz, alle schafften es, manche knapp. Die Schlange am Schalter war sehr lang. Viel zu lang für ein Flugzeug. Als es dann für einige zeitlich etwas eng wurde, merkten die Organisatoren des internationalen Flughafens dann, dass man vielleicht doch besser den Vorabendeincheck und die aktuellen Reisenden an verschiedenen Schaltern abfertigen sollte – besonders am ersten Ferientag in Hessen. Dafür war der Flug schön und auch der Transfer zum Hotel klappte ausgezeichnet. Hotel und Frühstück waren auch gut.
Nur einige hätten gar kein Hotel gebraucht. Ich hätte nur die Bar buchen sollen. Aber da wir die Schiffe erst um 15:00 entern durften, war genügend Zeit, um den fehlenden Schlaf nachzuholen. Damit waren dann die Hindernisse erst mal überwunden. Man kann auch nach der Organisation von 30 solcher Segeltouren immer noch dazulernen.
Eigentlich wollten wir am Samstag noch auslaufen, aber als alles gebunkert war, hatte sich der Himmel verdunkelt und es donnerte bedrohlich. Wir blieben im Hafen.
Am Sonntag ging es dann endlich los. Wir hatten eigentlich beschlossen, Richtung Marmaris zu laufen, aber der Wind ließ uns unterwegs umdisponieren. Wir steckten den Kurs auf Ölü Deniz ab. Der Wind schlief langsam ein. Wolfgang Honert und seine Crew motorten als erste Richtung Badestrand und kamen uns anderen dann mit der Nachricht entgegen, dass das Ankern vor dem Strand die Bergung eines Fischerbootes stören würde. Wir trafen uns dann alle bei Gemiler. Die Boote mit Gemüse und der Crêpeverkäufer waren wieder da.
Auch wurden wieder die Leinen an Land gebracht. Wir bedankten uns mit etlichen Dosen Bier und ließen uns nicht zum Essen ins Lokal am Strand bringen. Wir mussten unsere Vorräte verbrauchen ehe sie schlecht wurden. Wolfgang Gell hatte hervorragend eingekauft. Uns mangelte es an nichts. Wir beobachteten die Fischer, die sich emsig auf ihre nächste Fahrt vorbereiteten. Sie hatten bis zum Auslaufen am Abend gut zu tun. Die Nacht war ruhig, wir rollten zwar etwas, aber das Geschirr blieb in den Schapps.
Der Montagmorgen war herrlich. Geweckt wurden wir von den Verkaufsschiffen, aber dann wurde geschwommen. Schließlich schwamm Wolfgang Gloeckner zu den gerade eingelaufenen Fischern und kaufte ihnen ihren Fang - vier große Fische – ab. Sie waren zu dritt eine Nacht auf See und hatten den Nachmittag über die notwendigen Vorbereitungen getroffen. Für diese Arbeit gab es dann 25€. Ein hartes Leben. Wir legten ab und segelten nach Kalkan. Der Hafen war wieder voll, aber wir bekamen alle einen Platz vom Hafenmeister zugewiesen. Meine Aufgabe war dann, frische Kräuter für die Fische zu besorgen. Der Weg ins Dorf ist steil. Wie der Drachenfels! Es gab die Kräuter und unsere Köche übertrafen sich selbst. Ich glaube, die anderen Crews beneideten uns etwas. Am nächsten Morgen hatten sie auch Fisch von den Fischern, die neben ihnen lagen.
Das Wetter meinte es nicht besonders gut mit uns. Es war grau und verhangen. Der Wetterbericht sagte 4 – 5 Bft voraus, was die Crew von Wolfgang Honert veranlasste, nach Fethiye zu segeln. Jojo und wir hatten uns für Kasch entschieden. Also trennten sich unsere Wege. Die Zef 1 verschwand in Richtung einer schwarzen Wolkenwand, wir liefen in die andere Richtung. Gegen 16:30 Uhr waren wir im Hafen. An Steuerbord sollten laut Handbuch die Yachten liegen, aber dort waren die Gulietts, und die Yachten waren auf der seewärtigen Seite. Wir lagen wie meist vor Buganker und an den Achterleinen. Geholfen wurde uns von Ismail. Er ersetzte den Hafenmeister. Die dunklen Wolken hatten uns nun auch erreicht. Sie kamen mit Blitz und Donner über die Bergkette hinter der Stadt. Bald setzte Regen ein und die ersten Fallböen drückten uns auf die Pier. Wir hängten Fender zum Schutz ans Heck, die wurden aber immer häufiger platt gedrückt. Bald hatten fast alle Schiffe die Motoren laufen, um die Boote von dem Betonkai fernzuhalten. Das gelang nur kurz, dann hatte der Wind so zugenommen, dass die Fender wieder durchgedrückt wurden. Es war schon dunkel geworden, als Ismail wieder auftauchte. Er hatte einen Fischer überzeugt, Leinen mit seinem Motorbötchen auf die andere Hafenseite zu bringen und zu befestigen. Alles was an Seilen noch zur Verfügung stand, wurde zusammengeknotet und zur Landseite des Hafens ausgebracht und dann mit der Winsch durchgesetzt. Danach konnten wir die Motoren stoppen. Der Hafen war jetzt nicht mehr befahrbar – glaubten wir zumindest. Der Skipper eines Katamarans von SunSail setzte noch eine Securitemeldung ab, um einlaufende Schiffe zu warnen. Die ganze Zeit über blitzte es unablässig und der Regen prasselte nur so hernieder.
Die Stromversorgung fiel aus und die Blitze ersetzten die Hafenbeleuchtung – zwar etwas flackerig, aber immerhin . Der Krach der geschundenen Fender und Leinen war gewaltig. Irgendwann schlief man etwas, bis der Krach einen wieder veranlasste,an Deck nach dem rechten zu sehen. Unsere Köche hatten in diesem Chaos immer noch die Muße, etwas Warmes auf den Tisch zu bringen. Mitten in diesem gespenstischen Durcheinander wollte ein Fischer mit seiner Frau, die einen Säugling auf dem Arm hatte, auslaufen. Er fluchte wohl in der Landessprache, als er am ersten Seil hängen blieb. Nur von den Blitzen beleuchtet, waren die Seile, es waren über 11, schlecht zu sehen. Dann drückte er sie mit dem Bootshaken unter den Bug und gab seiner Frau Kommandos, die diese, mit dem Säugling auf einem Arm, so gut es ging ausführte. Bald waren sie über alle Seile hinweg und verschwanden in der von den Regenschauern verstärkten Dunkelheit. – Ein Langkieler mit Totholz hat so seine Vorteile.
Die Nacht ging irgendwie vorbei, aber Wind und Gewitter blieben uns treu. Ismail kam mit Brot für alle und wollte kein Geld dafür haben. Die Morgendusche nahmen Günther und ich auf der Pier. Erst etwas Shampoo, und dann warten. Schon war die Morgenwäsche erledigt. Der Hagel zum Abschluss musste allerdings nicht sein.
Wir beschlossen, in Gruppen die Stadt zu ergründen. Wolfgang, Wolfgang und ich zogen also los, um auch etwas für die Küche einzukaufen. Die Stadt sah etwas mitgenommen aus. Die Wassermassen hatten nicht nur die Kanaldeckel auf die Straße geworfen, sondern auch jede Menge Schlamm und Geröll von den Bergen in den Ort gespült. Mit Frontladern versuchten die Bewohner die Straßen passierbar zu halten. Wir machten erst in Ismails Restaurant halt und tranken etwas. Hier hatte das Wasser auch seine Spuren hinterlassen und der Sturm rüttelte an den aus Persenning gebauten Wänden. Von hier aus suchten wir einen Fleischer und Wolfgang kaufte unsere Hauptmahlzeit. Auf dem Rückweg erreichte uns ein Anruf von Günther. Wir sollten Leinen kaufen, für beide Schiffe, da die vorhandenen zu brechen drohten. Wir fragten Ismail, wo wir Leinen bekommen könnten. Er fuhr mich als Antwort quer durch die Stadt zu einem Geschäft, das neben Werkzeug auch Schiffsausrüstung verkaufte. Der Skipper von Jojos Nachbarn, dem Kat, hatte gerade 100 m gekauft. Ich kaufte die restlichen Vorräte, einmal 70 m 20-ziger und einmal 113 m 30-siger Schot. Die Vertreter von Sunsail sprachen erstens erstklassiges Hochdeutsch (sie waren in Niedersachsen geboren) und machten so den Kauf erst möglich. Dann fuhren sie mich mit meinen Seilen auch gleich zum Schiff. Die Hilfsbereitschaft war überwältigend, denn eigentlich hatten die Einheimischen genug mit ihren Problemen zu tun.
Der Sturm hatte nicht nachgelassen und unsere Fender wurden immer wieder zusammengequetscht. Mit den neuen Leinen hatte das ein Ende. Das Gewitter ließ erst gegen 17:00 Uhr nach und der Wind erst langsam in der Nacht. Nachbarn hatten 129 Kmh gemessen. Kreta und Rhodos muss es wohl noch schlimmer getroffen haben. Ismail kam wieder mit Brot für alle und organisierte das Auslaufen, d.h. einen Fischer, der die Leinen auf der anderen Hafenseite löste und nach verhakten Ankern schaute. Jojo hatte mit seinem Anker die Kette seines Gegenübers erwischt. Deshalb hatte der gehalten und unserer nicht. Der Fischer bekam ein paar Euro, war zufrieden und wir konnten auslaufen.
Das Wetter konnte kein Wässerchen mehr trüben. Die Sonne hatte wieder die Oberhand und der Wind war so schwach, dass wir zeitweise den Motor brauchten. Aber es reichte noch für eine kleine Regatta, die zugunsten von Jojo ausging. Abends waren wir in der Yesmarina, wie schon im Jahr zuvor. Abends sind wir dann mit dem Bus nach Fethiye gefahren und haben einen Bummel durch die Altstadt gemacht. Die Stadt lebt zum großen Teil vom Tourismus.
Am nächsten Tag war es wieder schön, aber auch nicht allzu windig. Unsere heimliche Regatta war mindestens ausgeglichen, endete aber in der Flaute. Wir waren pünktlich im Hafen. Gegenüber am Steg lag eine große Münchener Motoryacht. Wolfgang kam mit der Eignerin ins Gespräch mit dem Erfolg, dass sie uns die dünnere Leine abkaufte. Für den Erlös kauften wir eine Tasche. Irgendwie mussten wir ja die andere Leine nach Hause bringen, denn Mooring hatte keine Verwendung für unsere Leinen, da bei ihnen alles genormt ist.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Ausflug zu einer Schlucht bei Saklikent. In den Alpen würde man Klamm sagen. Die Fahrt mit den zwei angemieteten Taxis war aber schon ein Erlebnis für sich. Unser Fahrer verfolgte die Ideallinie auch bei Gegenverkehr konsequent. Die Sicherheitsgurte waren zwar da, aber die Schlösser nicht mehr. Wir konnten nur auf das Glück des Fahrers bauen – er machte den Job ja schon länger – das Auto war der Beweis. Schlucht war imposant. Die Wasserquellen, einfach aus der Felswand heraus, beeindruckten uns in der sonst doch so trockenen Gegend. Über den Quellen konnte man auf Holzterrassen, auf Teppich und Kissen liegend, Tee oder Kaffe trinken.
Auf der Rückfahrt wechselten wir die Autos. Die anderen sollten auch etwas Adrenalin in die Adern bekommen. Unser neuer Fahrer überholte klugerweise nur, wenn er die freie Überholspur auch weit einblicken konnte. Er kannte seine Kollegen. Das anschließende Essen beruhigte dann alle wieder.
Die Spannung blieb aber bis zum Schluss - hatten wir soviel Gewichtreserve, dass wir unser Seil ohne Übergewichtsgebühr mitnehmen konnten? Um es kurz zu machen, der Smut unseres dritten Schiffs hatte die Reserve auch für seine Vorräte einkalkuliert, wir mussten nochmals löhnen. Ein teures Seil. Aber zwei demolierte Heckpartien wären trotz Versicherungen noch teurer geworden.
Die Crew von Zef II: Wolfgang Gell, Wilfried Schmitz, Günther Rauh ,Wolfgang Gloeckner
Die Crew von Zef III :Heinz Flosbach, Josef Hoffmann, Franz Höfinghoff
Bilder: Wolfgang Gloeckner
